04.01.2012 Diakonie gegen geplantes Asyl-Schnellverfahren auf Berliner Großflughafen

04.01.2012 Diakonie gegen geplantes Asyl-Schnellverfahren auf Berliner Großflughafen

Die Diakonie hat das geplante Asyl-Schnellverfahren für Flüchtlinge am künftigen Großflughafen in Berlin-Schönefeld kritisiert.

Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz forderte die Landesregierungen Berlins und Brandenburgs am Mittwoch auf, dort ankommenden Asylbewerbern die Einreise und damit ein reguläres Asylverfahrens zu erlauben. Außerdem sollten sich beide Länder auf Bundesebene für eine Abschaffung des Flughafenverfahrens einsetzen.

Die Diakonie erklärte, andernfalls müssten auch besonders schutzbedürftige Menschen wie Opfer von Gewalt und Folter das Verfahren auf dem Airport mit seinen haftähnlichen Bedingungen durchlaufen. Doch gerade Folteropfer, Traumatisierte und Minderjährige benötigten besondere Unterstützung.

Laut der brandenburgischen Landesregierung sollen Flüchtlinge, die über den künftigen Großflughafen „Willy Brandt“ im Süden Berlins mit gefälschten oder ohne gültige Ausweisen nach Deutschland einreisen, bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens auf dem Flughafen festgehalten werden. Für ihre Unterbringung soll ein Neubau mit Schlaf-, Wohn- und Freizeiträumen sowie Kinderspielzimmern und Gebetsraum errichtet werden. Die Landesregierung rechnet mit 300 Fällen pro Jahr.

http://www.diakonie.de/agenturmeldungen-190-diakonie-gegen-geplantes-asyl-schnellverfahren-auf-berliner-8823.htm