500 gegen Abschiebeknast Grünau und Schönefeld

Am Samstag haben in Berlin ca. 500 Leute gegen Abschiebeknäste demonstriert. Die Demo ging zum bestehenden Abschiebeknast Grünau, sie richtete sich aber auch gegen den geplanten Knast für das Flughafenasylverfahren auf dem neuen Flughafen Berlin-Brandenburg.

Presse: Junge Welt | Taz Bilder: Boeseraltermann | Kietzmann | Umbruch

Los gings am S-Bahnhof Spindlersfeld mit ein paar Redebeiträgen. U.a. wurde von der Gruppe FelS drauf hingewiesen, wie wohl der Namensgeber des Flughafens, Willy Brandt, behandelt worden wäre, wenn es damals in Norwegen das Flughafenasyl gegeben hätte: nach einem Tag Ablehnung des Asylantrags als offensichtlich unbegründet, nach drei weiteren Tagen verstreicht die Widerspruchsfrist, wovon Willy Brandt mangels Norwegischkenntnissen nichts mitbekommen hätte. Folgt die Abschiebung nach Nazideutschland.
Die Demo zog dann durch Köpenick Richtung Grünau. Unterwegs wurde u.a. auf eine Straße hingewiesen, in der es das berlinweit höchste NPD-Wahlergebnis gibt, es wurde über die Häufung rassistischer Angriffe in der Nachbarschaft berichtet.
Am Abschiebeknast Grünau gab es eine längere Kundgebung: Für die z.Zt. 18 Inhaftierten dort wurden Grußbotschaften in den jeweiligen Sprachen gehalten. Die ARI hat in einer Rede krasse Beispiele genannt für das menschenverachtende Abschiebesystem. Danach wurden bunte Luftballons mit angehängten Knicklichtern steigen gelassen, als optischer Gruß für die Gefangenen. Dann gab es u.a. noch Infos zur verschärften politischen Verfolgung in der Türkei. Außerdem gab es zwei Auftritte von einem Mitglied der Irie Revoltes und warme Suppe. Bericht von Indymedia